Was sind Multivitamin-Tabletten

Multivitamin-Tabletten – Warum und Wofür?

Multivitamin-Tabletten sind mittlerweile aus Drogerien, Apotheken und Supermärkten nicht mehr wegzudenken. Ob als tägliche Ergänzung zur ausgewogenen Ernährung, als gezielte Unterstützung in bestimmten Lebensphasen oder als Ausgleich bei Nährstoffmängeln – der Markt für Multivitaminpräparate ist enorm gewachsen. Doch was genau steckt hinter diesen kleinen, komprimierten Nährstoffbomben? Warum wurden sie entwickelt, welche Inhaltsstoffe beinhalten sie und welchen Zweck erfüllen sie?

Die Grundidee – Den Täglichen Vitamin-Bedarf abdecken

Multivitaminpräparate sind Nahrungsergänzungsmittel, die in einer einzigen Tablette oder Kapsel eine Vielzahl verschiedener Vitamine – häufig kombiniert mit Mineralstoffen und Spurenelementen – vereinen. Das Hauptziel besteht darin, eine breite Palette an Mikronährstoffen bereitzustellen, um mögliche Versorgungslücken in der täglichen Ernährung zu schliessen. Während einige Menschen Vitamine hauptsächlich durch eine ausgewogene Ernährung aus Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch und Fleisch decken, fällt es anderen aufgrund von Allergien, Unverträglichkeiten, strengen Diäten oder schlicht Zeitmangel schwer, ihren täglichen Bedarf an allen wichtigen Nährstoffen zu erfüllen.

Unterschiede zu Einzel- und Kombinationspräparaten

Einzelpräparate fokussieren sich auf ein bestimmtes Vitamin oder Mineral – zum Beispiel Vitamin D oder Eisen – um einen nachgewiesenen Mangel gezielt auszugleichen. Kombinationspräparate wiederum bündeln oft spezifisch aufeinander abgestimmte Mikronährstoffe, wie etwa Calcium und Vitamin D für die Knochengesundheit. Multivitamin-Tabletten hingegen sind in der Regel breit aufgestellt, um eine Rundumversorgung zu bieten. Sie decken ein Spektrum von Vitaminen (z. B. A, B-Komplex, C, D, E, K) und oft auch Mineralstoffen (z. B. Calcium, Magnesium, Zink) ab.

Multivitamin-Tabletten – Historischer Hintergrund

Die ersten Multivitamintabletten entstanden im 20. Jahrhundert, als Wissenschaftler wichtige Vitamine isolieren und identifizieren konnten. Die Industrialisierung, veränderte Ernährungsgewohnheiten und ein steigendes Bewusstsein für die Bedeutung von Mikronährstoffen führten dazu, dass Unternehmen begannen, Vitamine in praktischer Form anzubieten. Anfangs galten sie eher als „Versicherungspolice“ gegen Mangelerscheinungen, heute sind sie weit verbreitet und werden teilweise sogar als Teil eines „Wellness-Lifestyles“ betrachtet.

Grundlegender Nutzen und Zielgruppen

Obwohl die wissenschaftlichen Meinungen über den generellen Gesundheitsnutzen von Multivitaminen auseinandergehen – insbesondere, wenn keine nachgewiesene Unterversorgung vorliegt – können sie in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Dazu gehören etwa:

– Personen mit erhöhtem Bedarf: Schwangere, stillende Mütter, ältere Menschen oder Sportler

– Menschen mit einseitiger oder eingeschränkter Ernährung: Veganer, Vegetarier, Personen mit Lebensmittelunverträglichkeiten

– Phasen mit erhöhtem Stress oder Krankheit: Zur kurzzeitigen Unterstützung des Immunsystems, wenn die Ernährung eventuell nicht optimal ist

Nicht jeder Mensch benötigt Multivitamintabletten, doch für bestimmte Gruppen kann es eine sinnvolle Ergänzung darstellen, um eine Grundversorgung an Mikronährstoffen zu sichern.

Wissenschaftliche Quellen:

1. Fortmann SP, Burda BU, Senger CA, Lin JS, Whitlock EP. “Vitamin and Mineral Supplements in the Primary Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer: An Updated Systematic Evidence Review for the U.S. Preventive Services Task Force.” Ann Intern Med. 2013;159(12):824-834. doi:10.7326/0003-4819-159-12-201312170-00729.

2. Manson JE, Bassuk SS, Lee IM, et al. “Multivitamins in the Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer: A Systematic Review.” JAMA. 2012;308(17):1751–1760. doi:10.1001/jama.2012.14741.

3. Lamas GA, Navas-Carretero S, Pérez-Granados AM, Schoppen S, Vaquero MP. “Multivitamin and Multimineral Supplementation in Nutritional Deficiencies and the Importance of a Balanced Diet.” Nutrients. 2016;8(3):131. doi:10.3390/nu8030131.

 

 

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